Aluverbundplatten montieren – so geht es richtig

Die kurze Antwort: Es gibt zwei Wege. Draußen an der Fassade wird die Platte geschraubt – auf eine hinterlüftete Holzunterkonstruktion, mit Bohrlöchern, die größer sind als die Schraube. Drinnen hinter Dusche oder Herd wird sie geklebt – auf einen festen, ebenen Untergrund.

2,4 mmAusdehnung je Meter Platte, wenn die Temperatur um 100 °C steigt Ø 9,5 mmLoch in der Platte – die Schraube ist dünner, das ist Absicht kostenlosCNC-Zuschnitt auf Wunschmaß aus Gelsenkirchen

Woher wir das wissen: Wir schneiden Aluverbundplatten seit Jahren an unserem Standort in Gelsenkirchen auf Maß – auf eigenen CNC-Maschinen. Die Werte auf dieser Seite stammen aus den Montageanleitungen des Herstellers und aus dem, was uns Kunden aus der Praxis zurückmelden. Wo eine Angabe vom Hersteller kommt, steht sie so, wie er sie vorgibt.

Der Grund für den Unterschied ist einfach: Aluverbund dehnt sich bei Wärme aus. Auf einem Meter Platte sind das 2,4 mm, wenn die Temperatur um 100 °C steigt. Draußen passiert genau das. Deshalb darf die Platte dort nicht festgeklemmt werden – sie braucht Luft zum Arbeiten. Drinnen bleibt die Temperatur gleich, dort ist Kleben der sauberere Weg.

01 — Welcher Weg ist deiner?

FrageFassade, Balkon, CarportDusche, Küche, Innenwand
Befestigunggeschraubtgeklebt
UnterbauHolzlattung, hinterlüftetWand, fest und eben
Plattenstärke6 mm3 mm
Fugenoffen, 8–12 mmfugenlos oder mit Profil
Passendes Produkt ALUCOM® DESIGN Exterieur 6 mm ALUCOM® DESIGN Interieur 3 mm

Wichtig vorab: Lass die Platten mindestens einen Tag im Raum liegen, in dem du sie verarbeitest. Kalte Platten aus dem Lieferwagen ändern beim Aufwärmen ihr Maß – und dann stimmt der Zuschnitt nicht mehr.

02 — Weg A: Fassade – geschraubt auf Holzlattung

Das Fachwort dafür lautet vorgehängte hinterlüftete Fassade. Dahinter steckt ein einfaches Prinzip: Zwischen Wand und Platte bleibt ein Luftspalt. Feuchtigkeit, die von innen kommt oder bei Regen eindringt, wird darin nach oben abgeführt. Dämmung und Wand bleiben trocken.

Schnitt durch eine hinterlüftete Fassade mit Aluverbundplatte Wand Dämmung Latte offene Fuge 8–12 mm Luft steigt nach oben Hinterlüftung mindestens 20 mm EPDM-Band, 5 mm Überstand
Aufbau von innen nach außen: Wand, Dämmung, Lattung, Luftspalt, Platte.

Schritt 1 – Unterkonstruktion aufbauen

  • Nimm Konstruktionsvollholz, mindestens 40 mm dick.
  • Lattenbreite: 60 mm in der Fläche, 100 mm dort, wo zwei Platten aneinanderstoßen. Auf der breiten Latte haben beide Plattenkanten Platz.
  • Abstand der Latten: höchstens 500 mm. An windigen Ecken und in Höhenlagen rückst du sie 20 % enger zusammen, also auf etwa 400 mm.
  • Zwischen Dämmung und Platte bleiben mindestens 20 mm Luft.
  • Oben und unten brauchst du Öffnungen von mindestens 5 mm, damit die Luft zirkulieren kann. Ohne sie funktioniert die Hinterlüftung nicht.
  • Auf jede Latte kommt ein EPDM-Band, das 5 mm seitlich übersteht. Es hält das Holz dauerhaft trocken.

Schritt 2 – Bohren

Das ist der Schritt, an dem die meisten Fassaden scheitern. Deshalb hier besonders genau:

Bohrloch, Randabstand und Gleitpunkt bei der Fassadenmontage min. 15 mm Randabstand Platte Loch in der Platte Ø 9,5 mm Loch im Holz Ø 3,3 mm Das große Loch lässt die Platte bei Wärme wandern.
Das Loch in der Platte ist deutlich größer als die Schraube – das ist Absicht.
  • Loch in der Platte: Ø 9,5 mm. Die Schraube ist dünner. Der Zwischenraum ist der Platz, den die Platte zum Ausdehnen braucht.
  • Loch im Holz: Ø 3,3 mm vorbohren. Auch dann, wenn deine Schraube eine Bohrspitze hat.
  • Mindestens 15 mm von der Lochmitte bis zur Plattenkante.
  • Bohre mittig zur Latte und senkrecht. Eine Bügelvorrichtung hilft, wenn du das öfter machst.
  • 💡 Weniger bohren: Je genauer die Platte zugeschnitten ist, desto weniger musst du auf der Leiter nacharbeiten. Den Zuschnitt machen wir kostenlos – ALUCOM® DESIGN Exterieur 6 mm gibt es auf Maß.
  • Bohrer: HSS-G-Metallbohrer mit Zentrierspitze.

Schritt 3 – Schrauben

  • Fassadenschrauben aus Edelstahl mit Linsenkopf und Dichtring, zum Beispiel 4,8 × 38 mm mit 16 mm Kopfdurchmesser. Ein Linsenkopf ist oben rund und flach – er liegt auf, statt sich einzuziehen. 🔴 Diese Schrauben führen wir noch nicht; unsere Edelstahlschrauben sind für Stegplatten-Aluprofile gedacht, nicht für Fassadenplatten.
  • 🔴 Keine Senkkopfschrauben. Ein Senkkopf zieht sich in das Loch und klemmt die Platte fest. Genau das darf nicht passieren.
  • Zieh die Schraube nur so weit an, dass der Kopf auf der Dichtscheibe aufliegt, ohne sie zu verformen. Die Platte muss unter dem Kopf noch wandern können.
  • Schraubenabstand: höchstens 500 mm, an exponierter Lage 20 % enger.
  • Zieh die Schutzfolie vor dem Schrauben im Bereich des Schraubenkopfes ab. Sonst schraubst du sie mit fest.
Fassadenschraube mit Linsenkopf und schwarzer Dichtscheibe in einer grauen Aluverbundplatte; das Bohrloch ist deutlich größer als die Schraube
So sieht ein richtiger Befestigungspunkt aus: Der Linsenkopf liegt auf der Dichtscheibe auf, und rings um die Schraube bleibt Luft – das ist der Gleitpunkt, den die Platte zum Ausdehnen braucht.

Fugen: Zwischen zwei Platten bleiben 10 mm offen. Weniger als 8 mm wird bei Wärme eng, mehr als 12 mm sieht unruhig aus.

03 — Weg B: Innenraum – geklebt

Hinter Dusche, Waschbecken oder Herd ersetzt eine Aluverbundplatte die Fliesen. Sie wird vollflächig auf die Wand geklebt, ohne sichtbare Schrauben. Ob sich das für deinen Raum lohnt, haben wir in unseren Ratgebern zur Duschrückwand und zur Küchenrückwand durchgerechnet.

Schritt 1 – Untergrund prüfen

  • Die Wand muss fest, eben, trocken und sauber sein.
  • 🔴 In Dusche und Bad muss die Wand nach DIN 18534 abgedichtet sein, bevor die Platte drankommt. Die Platte selbst ist keine Abdichtung – sie ist die Sichtfläche darüber.
  • Saugende Untergründe wie Putz oder Gipsfaserplatten bekommen Tiefengrund.
  • Auf alte Fliesen kommt Haftgrund. Fettige Stellen vorher mit Fettlöser reinigen.

Schritt 2 – Messen und zuschneiden

  • Miss alle Maße, bevor du schneidest. Ein Linienlaser hilft beim waagerechten Meterriss.
  • Gerade Schnitte: Handkreissäge mit Führungsschiene und feinzahnigem, hartmetallbestücktem Blatt.
  • Ausschnitte in den Ecken vorbohren, dann mit feinzahniger Stichsäge aussägen.
  • Löcher für Armaturen: Lochkreisschneider im passenden Durchmesser.
  • Halte die Platte zur Probe an die Wand, bevor du klebst.
  • 💡 Spar dir das Sägen: Wir schneiden jede Platte kostenlos auf dein Wunschmaß zu – millimetergenau auf der CNC-Maschine. Maße einfach bei der Bestellung angeben: ALUCOM® DESIGN Interieur 3 mm.

Schritt 3 – Kleben

Es gibt zwei Systeme. Beide funktionieren, das erste ist für Heimwerker das einfachere:

Silikon mit KlebebandZweikomponenten-Kleber
WieKlebeband hält sofort, Silikon dauerhaftvollflächig im Kleberbett
Aufwandgeringhöher, Verarbeitungszeit beachten
Verbrauch1 Kartusche Silikon je 1,5–2,0 m²nach Herstellerangabe
01

Schutzfolie auf der Rückseite abziehen.

02

2 mm dickes Schaumstoffklebeband streifenförmig aufkleben, auch um die Bohrlöcher der Armaturen herum. Eine Rolle reicht für etwa eine Platte von 1,5 × 3,05 m.

03

Neutral-Silikon dazwischen auftragen – wichtig: essigfrei vernetzend. Das erkennst du am Geruch: Essigsilikon riecht scharf und stechend, Neutralsilikon fast gar nicht. Essigsäure greift die Aluminium-Oberfläche an.

04

Schutzfolie vom Klebeband abziehen und die Platte andrücken.

05

Nächste Platte anpassen. Vor dem Ansetzen Silikon in die Stoßfuge geben.

06

Ausschnitte der Armaturen mit Silikon ausspritzen, dann Armaturen montieren.

07

Fugen mit farblich passendem Silikon füllen und glattziehen.

Silikonraupe wird mit der Kartuschenpistole zwischen graue SchaumstoffKlebebandstreifen auf die Rückseite einer Aluverbundplatte aufgetragen
Die Klebebandstreifen halten die Platte sofort, das Silikon dazwischen sorgt für die dauerhafte Verbindung.

Wartezeit: Nach wenigen Stunden ist das Silikon angehärtet und hält Feuchtigkeit aus. Voll belastbar – also duschen – ist es erst nach einigen Tagen.

Saubere Ecken ohne Profil: die Fräskanttechnik

Du kannst Aluverbund um die Ecke biegen, ohne dass eine Kante sichtbar bleibt. Dafür fräst du auf der Rückseite eine V-Nut. Das Deckblech auf der Vorderseite bleibt unversehrt und lässt sich von Hand knicken.

V-Nut-Fräsung für 90-Grad- und 135-Grad-Kanten 90°-Nut Deckblech bleibt ganz fertige Kante 135°-Nut Kern: ca. 0,7 mm stehen lassen Nuttiefe = Plattenstärke − 0,7 mm
Rechnung für 3 mm Platte: Nuttiefe 2,3 mm – dann bleiben 0,7 mm Kern stehen.
Querschnitt einer um 90 Grad gekanteten Aluverbundplatte: silbrige AluminiumDeckschichten außen, schwarzer Kunststoffkern, VNut auf der Innenseite der Biegung
Die fertige Kante im Schnitt. Außen läuft das Aluminium-Deckblech unversehrt um die Ecke, innen sitzt die V-Nut. Deshalb sieht man von vorn keine Fuge.

04 — Platten bearbeiten – Werkzeug und Einstellungen

ArbeitsschrittWerkzeugWorauf achten
SägenKreissäge mit Hartmetall- oder Diamantblatt ca. 2.500 U/min · von der Rückseite sägen, sonst reißt der Lack vorn
BohrenHSS-G-Metallbohrer mit Zentrierspitzeohne Schlag, gleichmäßiger Druck
FräsenHandoberfräse oder Plattenfräsefür V-Nuten und Ausschnitte
StanzenBlechstanze, Schlagscherefür Serienteile
VerbindenAlu-Blindnieten mit Nirosta-Dornoder zugelassene Edelstahl-Fassadenschrauben

Besäumen nicht vergessen: Für Fassaden mit sichtbaren Kanten besäumst du alle vier Seiten – nur dann ist die Platte rechtwinklig und die Schnittkante sauber. Für die Weiterverarbeitung reichen drei Seiten.

05 — Die fünf häufigsten Fehler

01

Bohrloch zu klein. Wer die Platte auf Schraubendurchmesser bohrt, nimmt ihr den Platz zum Arbeiten. Bei Sonne wölbt sie sich oder reißt am Loch.

02

Senkkopfschrauben verwendet. Sie klemmen die Platte fest – gleicher Effekt.

03

Zu fest angezogen. Der Dichtring soll aufliegen, nicht platt gedrückt sein.

04

Essigsilikon im Bad. Es greift die Aluminium-Deckschicht an. Nur neutralvernetzendes Silikon verwenden.

05

Von der Vorderseite gesägt. Das Sägeblatt reißt beim Austritt den Lack auf. Immer von hinten schneiden.

06 — Technische Daten auf einen Blick

EigenschaftExterieur 6 mmInterieur 3 mm
EinsatzbereichFassade, Balkon, außenDusche, Küche, innen
Aluminium-Deckschicht0,3 mm0,3 mm
Gewicht6,8 kg/m²ca. 3,9 kg/m²
Wärmeausdehnung bei 100 °C2,4 mm/m2,4 mm/m
Temperaturbereich−50 bis +80 °C−50 bis +80 °C
BrandverhaltenB2B2
Lattenabstand max.500 mmentfällt – wird geklebt
B2 heißt: normal entflammbar. Für Fassaden gelten je nach Gebäudehöhe und Bundesland strengere Anforderungen – frag im Zweifel bei Deiner Bauaufsicht nach.

Maßtoleranzen: Dicke ± 0,2 mm · Breite −0/+2 mm · Länge bis 4.000 mm −0/+4 mm. Plane diese Werte bei engen Fugen mit ein.

07 — Reinigung und Pflege

  • Weiche Bürste und klares Wasser. Hochdruck höchstens 50 bar.
  • Wenn nötig mildes Reinigungsmittel, pH 6–7, höchstens 10 % zugesetzt.
  • Immer von oben nach unten arbeiten, danach klar nachspülen.
  • 🔴 Nicht auf Flächen reinigen, die in der Sonne über 40 °C heiß sind – es entstehen Flecken durch zu schnelles Antrocknen.
  • Keine stark sauren, stark alkalischen oder scheuernden Mittel.
  • Probier ein neues Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle aus.

Zum Ausdrucken und Mitnehmen

Auf der Leiter ist ein Blatt Papier praktischer als ein Handy. Diese Anleitungen kannst du herunterladen:

Passende Platten und Zubehör

Alle Aluverbundplatten schneiden wir kostenlos auf dein Wunschmaß zu.